
Die Abbildungen des "Tarot Favole" wurden von der spanischen Illustratorin Victoria Francés entworfen. Die Grundstimmung ist dunkel, es ist eine Gothic-Atmosphäre welche das gesamte Deck durchzieht. Ein weiteres vorherrschendes Thema ist der venezianische Karneval, die/der gelegentliche erotische Vampirin/Vampir darf auch nicht fehlen. Es sind schöne Bilder im großen Arkanum welche da aufscheinen, stimmungsvoll und in ihren Aussagen eine heikle Balance zwischen Leben und Tod einnehmend. Gothic überwiegt, das Rot des Blutes bildet oft den einzigen heftigen Farbimpuls.
Aber: die Künstlerin hat nie an ein Tarotdeck bei der Erstellung der Bilder gedacht! Es handelt sich hierbei um eine Zusammenstellung Dritter, vornehmlich wie's scheint zu Marketingzwecken von Victoria Francés. Und so sind auch manche Zuordnungen bei den grossen Arkana sehr fragwürdig, einzweimal - zB bei Magier und Hohepriesterin - finde ich wäre eine umgekehrte Zuordnung weitaus passender gewesen. (siehe Bild unterhalb)

Nun zur Kleinen Arkana: hier wurden die Symbole Stäbe, Kelche, Scheiben und Schwerter ersetzt durch Kreuze, Schmetterling, Blumen und Masken. Nun gut, klingt interessant dachte ich, und durchsuchte das Beipackheftchen nach Informationen bezüglich der "neuen" Symbole - Denkste! Kein Sterbenswörtchen darüber, es wird nur von den klassischen Elementarzeichen gesprochen. Also suchte ich im Internet - und fand keine offiziellen Erläuterungen hierzu bislang! Einem Kommentar konnte ich entnehmen das anscheinend folgendes gelten soll: Kreuze = Stäbe, Blumen = Kelche, Masken = Scheiben und Schmetterlinge = Schwerter. Nehmen wir das mal so hin, was anderes bleibt einem auch kaum übrig ...
Zusätzlich schmälert für mich den Wert des Decks auch, das die Kleine Arkana keine eigenen Abbildungen besitzt, sondern nur im Stil des Marseille Tarot die entsprechende Anzahl der Symbolbilder auf den Karten zu sehen ist. Dies, zusammen mit den letztendlich unklaren Aufteilungen der einzelnen Elemente macht das Deck praktisch nahezu unbenutzbar imho.
Das Beipackheft ist recht knapp geraten aufgrund seiner Viersprachigkeit. (Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch). Besonders schmerzlich hierbei die oben schon erwähnte fehlende Erklärung der für die kleine Arkana verwendeten Symbolersetzungen! Das muß ja nun wirklich nicht sein, und verwirrt im Speziellen jeden Neuling!

Die Karten selbst sind eher dünn geraten, liegen daher zumindest bei mir nicht besonders gut in der Hand und unterliegen einem erhöhten "Umknick" und Verbiege-Risiko. Die Größe ist vielleicht eine Spur kleiner als bei vielen Decks, es bleibt aber genug Platz um die Bilder gut abzubilden respektive Erkennen.
Insgesamt also schöne Bilder bei der grossen Arkana und den Hofkarten, inwieweit das Ganze aber etwas mit Tarot zu tun hat ist fragwürdig. Zum Deuten ist das Deck imho kaum geeignet, Anfänger also Finger weg davon es sei denn es interessiert vornehmlich der künstlerische Aspekt.

typisch keltisch sehr nettes angenehmes Bild...









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